Fachschaft Mathematik

Unsere Schule stellt sich vor: Fachschaft Mathematik (Interview mit Tonio Groeger)

I: Wie Sind Sie zum Fach Mathematik gekommen? Was hat Sie daran begeistert?

 Mathematik begeistert mich, weil sie eine Sprache des „reinen Denkens“ ist, in der aus einfachen Grundsätzen höchst komplexe Zusammenhänge hergeleitet werden können und die, nachdem einmal ein Beweis gelungen ist, unumstößliche Wahrheiten formuliert. Meine Entscheidung Mathematiklehrer zu werden war vor allem dadurch motiviert, dass ich selbst große Schwierigkeiten mit dem Schulfach Mathematik hatte, die erst durch ein „Aha“-Erlebnis kurz vor dem Abitur ein plötzliches Ende fanden. Bei mir lag es nur daran, einmal die Mathematik aus dem richtigen Blickwinkel zu betrachten - natürlich kann man so etwas nicht auf Jeden übertragen, aber meine Hoffnung war und ist es immer noch, möglichst vielen Schülern einen Blick auf Mathematik zu bieten, der es ihnen leicht macht, sie zu verstehen und sinnvoll zu nutzen. 

 I: Warum unterrichten Sie gerne am Gymnasium Möckmühl?

 Weil bei uns eine familiäre Atmosphäre herrscht, in der ich mich sehr wohlfühle. Außerdem bietet das Gymnasium sehr gute Rahmenbedingungen, sei es die gute Ausstattung, die immer wieder zustande kommenden kleinen Lerngruppen oder die herausragende außerunterrichtliche Arbeit, die das Schulklima positiv prägt.   

 I: Wie sind ihre Erfahrungen als Lehrer im „Angstfach“ Mathematik?

 Grundsätzlich positiv. Angst muss übrigens niemand vor der Mathematik haben, oft bewirkt gerade diese Erwartungshaltung, dass Mathematik ja „kompliziert und undurchsichtig“ ist, dass man es sich selbst schwer macht.

 I: Wie kann die Fachschaft Mathematik des Gymnasiums Möckmühl ihre Schüler für das Fach begeistern?

 Mit gutem, abwechslungsreichem Unterricht und besonderen Aktionen, beispielsweise der Teilnahme an Wettbewerben.

 I: Was macht Ihnen am meisten Spaß im Mathematikunterricht?

 Die Kommunikation mit den Schülern auf der gemeinsamen Suche nach einer guten Erklärung für ein mathematisches Phänomen.

 I: Wenn Sie ein Thema aus dem Bildungsplan Mathematik  streichen könnten, welches wäre das?

 Keines - fragen Sie mich lieber, welche wichtigen, inzwischen nicht mehr im Bildungsplan enthaltenen Themen ich gerne wieder einführen würde...  

 I: Gibt es ein ganz besonderes Erlebnis, das Sie im Mathematikunterricht hatten?

 Etwas „ganz besonderes“ fällt mir jetzt nicht ein. Aber ich freue mich immer riesig, wenn es einem Schüler gelingt, mit einem Blick das Wesentliche an einem (mathematischen) Sachverhalt zu erfassen.

 I: Warum ist Mathematik Ihrer Meinung nach ein wichtiges Fach?

 Die naheliegende Antwort ist: weil Mathematik in vielen Berufen eine Rolle spielt, zumindest in der weiteren Ausbildung – und das sind nicht nur die offensichtlichen Kandidaten wie die Natur- und Ingenieurwissenschaften oder die Informatik, sondern genauso gut die Wirtschaftswissenschaften, die Sozialwissenschaften oder z.B. die Psychologie. Selbst wer ein Studium der Philosophie anstrebt, kommt nicht um eine Einführung in die Logik herum, die mathematisch Ungeschulte vor unüberwindbare Hindernisse stellen würde. Aus meiner Sicht ist es allerdings noch wichtiger, dass Mathematik wie kein anderes Fach eine analytische und präzise Denkweise fördert, die einem überall zugute kommt. 

 I: Wie hat sich der Mathematikunterricht seit ihrer eigenen Schulzeit verändert?

 Am stärksten spürbar ist meiner Ansicht nach, dass die Schüler mit ihren unterschiedlichen Stärken und Schwächen stärker in den Vordergrund getreten sind. Ich habe als Schüler noch Unterricht erlebt, der sehr einseitig schematisch vorgegangen ist. Wenn das dem eigenen Lerntyp entsprach, hat man unter diesen Voraussetzungen hervorragend lernen können, doch viele Schüler sind so sicherlich nicht optimal gefördert worden. Heute versuchen wir, stärker auf die individuellen Bedürfnisse der Schüler einzugehen, indem wir unterschiedliche Zugänge zu einem Thema zu bieten und methodisch abwechslungsreicher vorgehen.

 I: Wenn Sie nicht gerade in der Schule sind oder am Schreibtisch sitzen, was machen Sie dann am liebsten?

 Ich verbringe Zeit mit meiner Familie, lesen, treibe Sport oder schraube an meinem Spaßauto.

 Vielen Dank für das Interview.

 

Das Interview führte Stefan Egolf