Klimaverhandlungen am JTG

 

Im Fach Geographie geht es in der Kursstufe vornehmlich um die globalen Probleme unserer Zeit, insbesondere auch um den Klimawandel. Da unsere Schülerinnen und Schüler bereits zu der Generation gehören, die direkt von den Folgen des Klimawandels betroffen sind, ist die Thematik in ihrem Leben allgegenwärtig. Schon jetzt sind die Auswirkungen spürbar: Dürretage nehmen in Baden-Württemberg genauso zu wie Extremwetterereignisse, die zu Überschwemmungen führen. Global gesehen ist ein extremer Meeresspiegelanstieg durch das Abschmelzen von Eismassen längst keine Utopie mehr. So ist es unumgänglich, die jungen Erwachsenen für die Ursachen, die Folgen und möglichen Lösungsansätze zu sensibilisieren, damit sie das globale Problem verstehen und Klimaschutz im eigenen Alltag betreiben. In den vergangenen Stunden wurde deshalb eine Klimakonferenz simuliert, wobei die Schülerinnen und Schüler in die Rolle der VertreterInnen von Entwicklungs-, Schwellen- und Industrieländern schlüpften und in Klimaverhandlungen traten. Ziel dabei war es, das 1,5°C-Ziel, das auf der Pariser Klimakonferenz im Jahr 2015 beschlossen wurde, zu erreichen.  Die VertreterInnen verhandelten miteinander, in welchem Jahr ihre Länderklasse den Emissionshöhepunkt erreichen wird, ab wann die Emissionen sinken werden, welche Reduktionsrate dabei festgelegt wird, welche Anstrengung sie zur Aufholzung unternehmen und welchen Beitrag sie zum globalen Schadensminderungs- und Anpassungsfonds leisten wollen. In der Realität sind Lösungen für solche Fragen vor allem durch die verschiedenen Interessen der Länderklassen schwierig zu finden: Fakt ist, dass hauptsächlich die Industriestaaten die Welt in die Klimakrise geführt haben, weil sie fossile Energie dazu verwendeten, ihre Wirtschaftssysteme aufzubauen. Das ging oft mit der Ausbeutung von Entwicklungs- und Schwellenländern einher, die aktuell dafür kämpfen, ein mit den Industrieländern vergleichbares wirtschaftliches Niveau zu erreichen, wodurch ihre Emissionen momentan schneller wachsen, als jene der Industriestaaten. Ein Dilemma, aus dem ein Ausweg nicht leicht zu finden ist. Dennoch ist es unumgänglich, Lösungen anzustreben, denn in einem „Business as usual“-Szenario würde die globale Durchschnittstemperatur um 4,2°C im Vergleich zum vorindustriellen Niveau ansteigen – ein Wert, der weit entfernt vom 1,5°C-Ziel liegt.     

Besonders realistisch wurde das Rollenspiel, weil „World Climate C-Roads“ zum Einsatz kam, eine Software, die auch bei echten Klimaverhandlungen verwendet wird. In diese pflegten die SchülerInnen ihre zuvor verhandelten Daten ein. „C-Roads“ zeigte dann sofort an, wie sich der Anstieg der globalen Durchschnittstemperatur entsprechend der eingegebenen Werte verändern würde. Ein wenig geknickt gingen alle aus der Stunde, denn die Werte, die nötig sind, um das angestrebte Ziel umsetzen zu können, wurde nicht erreicht und den SchülerInnen wurde bewusst, wie komplex die Thematik ist und wie schwierig es sich darstellt, Lösungen zu finden. In den kommenden Stunden werden sie sich aber mit Lösungsansätzen und konkreten Vorschlägen  beschäftigen und sehen, dass es noch immer Hoffnung gibt, die Beschlüsse des Pariser Abkommens umzusetzen.

Text & Bilder: Liesa Ebeling Soto

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