Besuch der Woyzeck-Vorstellung im Theater Heilbronn

 

Georg Büchners Drama „Woyzeck“ ist seit dem vergangenen Schuljahr Pflichtlektüre für das schriftliche Deutschabitur. Es geht um Franz Woyzeck, der in prekären Verhältnissen lebt und sich und seine Frau Marie, deren Kind er behandelt wie sein leibliches, mit Gelegenheitsjobs über Wasser hält. So nimmt er beispielsweise als Proband an einer medizinischen Studie teil, bei der er monatelang nur Erbsen essen darf. Das hat Folgen für seinen Gesundheitszustand, denn sowohl physisch als auch psychisch geht es ihm immer schlechter. Als er dann noch erfährt, dass Marie ihn betrügt und er von ihrem Liebhaber verprügelt wird, verliert Woyzeck völlig den Verstand. Er macht mit ihr einen Ausflug, bei dem er Marie auf bestialische Weise ermordet.

Im Theater Heilbronn steht das Drama in diesem Jahr auf dem Spielplan und so hatte der Leistungskurs Deutsch die Möglichkeit, das im Unterricht Behandelte auf der Bühne zu sehen. Die Inszenierung kam bei allen sehr gut an, denn schon allein der Aufbau der Bühne war besonders: Eine Wasserstelle in der Mitte wurde von Woyzeck immer wieder genutzt, um hineinzustürzen oder vom Tambourmajor und dem Arzt, um Woyzeck gewaltsam hineinzuwerfen. Auch die Kostümierung gab Anlass, Interpretationsansätze aus dem Unterricht zu prüfen. So hatte beispielsweise der Arzt einen auffälligen, grünen Untersuchungshandschuh für Tierärzte an, was nahelegt, dass er Woyzeck wie ein Tier behandelt und nicht wie einen Menschen. Für den Deutschkurs war es auch hilfreich, dass der Intendant kaum Änderungen am Text oder Personal vorgenommen hatte, wodurch der Besuch im Theater also auch eine wunderbare Wiederholung vor dem Abitur darstellte.

Text und Bild: Liesa Ebeling Soto

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