Demonstrationen in Möckmühl – Schüler des JTG gehen für das Klima auf die Straße

 

Eine Gruppe ambitionierter Schülerinnen und Schüler des JTG macht sich im Rahmen von „Fridays for Future“ seit einigen Monaten dafür stark, dass auch in Möckmühl demonstriert wird. Helena Schübel (KS1), Vera Schäfer (KS1) Dario Volpp (KS1), Lukas Neubert (KS2) und Leonard Käferstein (Abiturient 18/19) organisieren regelmäßig Demonstrationen in Möckmühl. 

Genau wie alle anderen Schüler, müssen aber auch sie sich immer wieder anhören, dass sie ja eigentlich nicht an der Thematik interessiert seien, sondern nur eine Möglichkeit suchen würden, Unterricht zu schwänzen. Diesem Vorurteil begegnet die Gruppe mit Unverständnis: „Wie oft wir auch in den Schulferien auf Demonstrationen gehen, bekommt ja keiner mit!“ sagt Vera Schäfer. „Wir werden immer wieder mit dieser Aussage konfrontiert, aber das entspricht einfach nicht der Wahrheit.“ Wie ernst sie es meinen und wie wenig die Demos mit dem Ziel zu tun haben, die Schule zu schwänzen, bewiesen sie durch die Organisation einer Demonstration nach der Unterrichtszeit am Freitagnachmittag, dem 29.11.2019. An diesem Tag fanden globale Demos statt und auch Möckmühl sollte ihrer Ansicht nach eine Rolle dabei spielen. Im Voraus machten sie mit der Unterstützung von Schulleiter Marcus Dunke Werbung für ihre Demonstration. Neben einzelnen Gesprächen mit Schülern, hatte die Gruppe Vorträge über die Klimakrise vorbereitet, in denen sie faktenbasiert die jetzige und zu erwartende Situation und den nötigen Umgang damit schülergerecht erklärten. Diese Fakten stellten sie in fast allen Klassen vor und traten mit den Schülern in den Diskurs. Dabei versuchten sie vor allem einen Aspekt ganz deutlich herauszuarbeiten: Wichtig sei es ihrer Meinung nach zu verstehen, dass der einzelne Bürger nicht viel am Klima ändern könne und die Verantwortung weniger beim Individuum liege, sondern dass die Politik den größten Einfluss habe. Natürlich sei es gut, wenn man seinen Fleischkonsum reduziere, mit den öffentlichen Verkehrsmitteln fahre und seinen Müll trenne. Das alles sei in Anbetracht der Klimakrise aber alles nur ein sehr kleiner Tropfen auf den heißen Stein, weshalb das Demonstrieren auch so wichtig sei. „Jeder, der protestiert, zählt, um Druck auf die Politiker und die Regierung auszuüben. Auch wenn Möckmühl klein ist, so wird die Zahl der Demonstranten, die in die globale Zählung einfließt, trotzdem festgestellt“ gab Dario Volpp an.

Am Ende waren es über 70 Personen, die die Gruppe akquirieren konnten, trotz der Tatsache, dass die Demonstranten ihre Freizeit dafür opferten. Das Vorurteil, dass es den Schülern bei den „Fridays for Future“-Demos nur darum geht, Unterricht zu versäumen, konnten sie damit aus dem Weg räumen. Doch viel wichtiger ist die Tatsache, dass sich an diesem Freitag auch in Möckmühl Jugendliche zusammentaten, die für das Klima demonstrierten und damit einen Teil dazu beitrugen, dass sich die Generation der Zukunft bei den Politikern Gehör verschafft.

Text: Liesa Buechau

Bild: Dario Volpp

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