Stop breathing - it can damage your health!

 

Unter diesem Titel stand die Theater -Performance des Hope Theaters aus Nairobi, das am 4.5. im Musiksaal des Gymnasiums zu Gast war. Acht junge Afrikaner und ihr Manager  Stefan Bruckmeier führten auf amüsante und auch weniger amüsante Weise vor, wie einerseits die Lebensumstände und das Lebensgefühl in einer afrikanischen Stadt und in Europa sich deutlich unterscheiden, wie wenig manches an unserem Verhalten für Menschen anderswo verständlich ist  ( Laubbläser waren nur ein Beispiel/ ein anderes allgegenwärtiges moralisches Gequatsche ohne Folgen), andererseits aber die ökologischen Probleme der Welt gemeinsame sind, die auch unser komfortables Leben einholen werden. Spätestens seit den Feinstaubdebatten ist ja auch hier klar, dass die Luft, die Produktionsstätten und Mobilität erzeugen, für alle gefährlich ist: Stop breathing- it can damage your health!

Stefan Bruckmeier erinnerte an das fünfzigjährige Jubiläum des „Club of Rome“, der 1968 zum ersten Mal an „Die Grenzen des Wachstums“ gemahnte – sie stehen uns heute klar vor Augen, aber wir möchten es so gerne noch ein wenig so weiter treiben. Obwohl wir es wissen, jedenfalls es wissen können ( wenn wir lesen oder zuhören oder zuschauen). 

Die amnesty- Gruppe der Schule hat begleitend zu dem Theater-Event eine Aktion zu Kindersoldaten in Afrika durchgeführt und Marie Luise Baumgartner hat in dem Vitrinen vor dem Sekretariat auf die Möglichkeit des fairen Einkaufens in Möckmühler Weltladen aufmerksam gemacht.

Der Unterhaltungshöhepunkt der Veranstaltung auf der Bühne waren vermutlich die Tanzeinlagen der kenianischen Schauspieler und dabei vor allem die  fünfminütigen Tanzworkshops unter Mitwir-kung der Möckmühler Schüler, die sich mit ein paar afrikanischen  Moves anfreunden sollten, was ihnen in unterschiedlichem Maße gelang, aber am Ende für eine heitere Stimmung sorgte in einer insgesamt – nein – nicht zum Nachdenken – zum Handeln auffordernden Veranstaltung.

Nebenbei: Als ich mit einer Gruppe meiner Schüler nach Raum 12 ging, um  ein paar Vorbereitungen zu treffen, sagte ein Schüler, der hinter mir ging: Heute negern wir für die Afrikaner- sonst ist das umgekehrt.

Das war witzig und nicht rassistisch gemeint. Es hat aber was gesagt, was auch in dem Stück zum Ausdruck kam: Wie sehr wir uns  daran gewöhnt haben, wie sehr es  geradezu eine Intuition geworden ist, dass wir was Besseres sind, dass uns das alles zusteht, was wir haben. Das ist gelogen und auch das wissen wir.

Text: Inga Schulzki
Bilder: Leonie Schübel

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